Lernkarten
Gefühl, Gedanke,Bedürfnis.
Die wichtigsten Unterscheidungen in kurzer Form zum Einprägen. Drehe das Rad, decke Karten auf und frag dich selbst ab.
Mit dem Gefühlsrad beginnenLernhilfe zur Selbstreflexion. Die Zuordnungen sind Hinweise und keine Regeln, kein Test und keine Diagnose.
Teil 1 von 3
Gefühl und Gedanke
Zu jeder Gefühlsfamilie gehört ein typischer Gedanke. Wer den Gedanken bemerkt, findet das Gefühl oft leichter, und umgekehrt.
Das Gefühlsrad
Wähle eine der zwölf Gefühlsfamilien. Das Rad dreht sie zum Zeiger und zeigt den Gedanken, der oft dazugehört.
1 von 12
Angst und Stress
Typischer Gedanke
„Das könnte schiefgehen.“
Wörter dafür
- besorgt
- nervös
- unruhig
- angespannt
- unsicher
- überfordert
Frag dich
Fehlt mir gerade Sicherheit?
Angst und Stress. Typischer Gedanke: Das könnte schiefgehen.
Selbst abfragen
Lies den Gedanken, rate das Gefühl, dann decke auf. Was du schon weißt, legst du weg.
Welches Gefühl passt zu diesem Gedanken?
„Das ist nicht in Ordnung.“
Karte: „Das ist nicht in Ordnung.“
Deutungen übersetzen
Manche Sätze klingen wie ein Gefühl, beschreiben aber, was andere getan haben sollen. Übersetze sie in das, was du selbst erlebst.
Ich fühle mich …
„Ich fühle mich bedrängt.“
Ähnlich: unter Druck gesetzt, in die Enge getrieben
Der Satz beschreibt vor allem, was jemand anderes vermutlich getan hat. Was erlebst du dabei selbst?
Darunter kann zum Beispiel liegen
Angst und Stress
„Das könnte schiefgehen.“
Ärger und Wut
„Das ist nicht in Ordnung.“
Ohnmacht
„Ich habe keinen Einfluss darauf.“
Eine Auswahl. Prüfe, was für dich stimmt, oder ob es etwas anderes ist.
Ich fühle mich bedrängt. Darunter kann liegen: Angst und Stress, Ärger und Wut, Ohnmacht.
Aus „Ich fühle mich von dir nicht verstanden.“ wird: Ich fühle mich hilflos, wenn ich den Eindruck habe, dass du mich nicht verstehst.
Eine Deutung übersetzen
Eigenes Beispiel in vier Schritten
Ausgangssatz
„Ich fühle mich von dir nicht verstanden.“
Die Deutung erkennen
„Nicht verstanden“ beschreibt, was du vermutlich tust, nicht was ich fühle.
Gefühl und Gedanke dahinter
Ohnmacht
„Ich habe keinen Einfluss darauf.“
Neu gesagt
„Ich fühle mich hilflos, wenn ich den Eindruck habe, dass du mich nicht verstehst.“
Teil 2 von 3
Bedürfnis und Strategie
Gefühle können zeigen, ob etwas Wichtiges gerade erfüllt ist oder fehlt. Das Wichtige ist das Bedürfnis, der Weg dorthin die Strategie.
Der Bedürfnis-Kompass
Vier Kernfelder und zwölf Themen. Verdecke die Wörter und prüfe, was dir zu jedem Feld einfällt.
Vier Kernfelder
- Verbunden seinNäheVertrauenGesehen werdenRespektEhrlichkeit
- Selbstbestimmt seinAutonomieFreiheitWahlmöglichkeitEigener Raum
- SicherheitGeborgenheitVerlässlichkeitOrientierungKlarheit
- Entspannt seinRuheErholungGelassenheitRückzug
Manche Wörter passen in mehrere Felder.
Zwölf Themen
Tippe ein Thema an, um Beispiele zu sehen.
Körperliche Bedürfnisse wie Schlaf, Essen, Wärme und Bewegung gehören genauso dazu. Die Auswahl ist nicht vollständig.
Der Kamera-Test
Könnte eine Kamera es filmen? Dann ist es eine Strategie. Ein Bedürfnis kann keine Kamera aufnehmen.
Ein Lob vom Team
Begriff: Ein Lob vom Team
Person A möchte Fernsehabend, Person B Tanzen gehen. Die Strategien stoßen zusammen, die Anliegen Erholung und Bewegung nicht. Eine neue Option: Ein langsamer Spaziergang am See?
Zwei Wünsche, zwei Anliegen
Erfundenes Alltagsbeispiel
Person A
Strategie
Fernsehabend
Person B
Strategie
Tanzen gehen
Beide Pläne passen nicht in denselben Abend.
Anliegen
Erholung
Anliegen
Bewegung
Neue Option
„Ein langsamer Spaziergang am See?“
Bedürfnisse aussprechen
Es gibt viele Arten zu sagen, was dir wichtig ist. Bau dir einen Satz und probier ihn laut aus.
Gefühl davor
Satzanfang
Bedürfnis
Dein Satz
Mir ist Ruhe wichtig.
Teil 3 von 3
Sechs Sätze zum Mitnehmen
Lies jeden Satz und ergänze die Lücke im Kopf, bevor du sie aufdeckst. So bleibt mehr hängen als beim bloßen Lesen.
- 01
Ein kann auf ein Gefühl hinweisen. Er ist ein Hinweis, kein Beweis.
- 02
„Ich fühle mich übergangen“ enthält eine über andere.
- 03
Gefühle können zeigen, ob ein gerade erfüllt ist oder fehlt.
- 04
Eine Kamera kann filmen, nicht.
- 05
Für ein Bedürfnis gibt es meist .
- 06
Oft stoßen eher die zusammen als die Anliegen dahinter.
Grundlagen und Grenzen
Die Zuordnungen auf dieser Seite sind Lernhilfen und Hinweise. Ein Gedanke kann auf ein Gefühl hindeuten, er beweist es nicht; mehrere Gefühle können zugleich da sein. Die Übungen sind keine validierten Tests.
Die Wörter sind eine alltagstaugliche Auswahl. Sie unterscheiden nicht durchgehend zwischen Gefühlen, Stimmungen und Zuständen und sind keine wissenschaftliche Einteilung.
Mit KI-Unterstützung erstellte Texte und Übungen. Menschliche redaktionelle und fachliche Freigabe für eine öffentliche Gesundheitsinformation stehen noch aus.
Kein Ersatz für professionelle therapeutische Hilfe.
Quellen
- Smith & Lazarus, 1993 (öffnet in neuem Tab)
Bewertungen und typische Kernthemen einzelner Emotionen: Grundlage für „Gedanke weist auf Gefühl hin“.
- CNVC: Feelings and Needs Inventory (öffnet in neuem Tab)
Gefühls- und Bedürfniswörter als Ausgangspunkt, nicht als abschließende Einteilung.
- CNVC: zentrale Unterscheidungen (öffnet in neuem Tab)
Gefühl und Deutung, Bedürfnis und Strategie.
Wenn es gerade zu viel ist
Du musst damit nicht allein bleiben. Die TelefonSeelsorge ist kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. In Österreich hilft die 142, in der Schweiz die 143. Bei akuter Gefahr wähle den Notruf 112.